Ein Versuch zuversichtliches Denken nicht in den Himmel zu loben, aber wissenschaftlich fundiert zu erklären und die Aufforderung es im Maße zu tun.

 

Positives Denken hat nichts mit Esoterik oder Hokuspokus zu tun. 60.000 einzelne Gedanken gehen uns täglich durch den Kopf – das belegen wissenschaftliche Studien. Nur drei Prozent davon sollen positiv sein.

Warum ist das so?

Unser Gehirn/WIR möchten überleben! Und so saugt unser Überlebensinstinkt im Gehirn alles auf, was uns gefährden könnte. Dafür schmeißt es unter Umständen auch schon mal ein schönes Erlebnis weiter zurück ins Unterbewusste. Darum können sich negative Erinnerungen aus der Vergangenheit oft stärker in Erinnerung bringen, als die positiven.

 

Mit Ihren Gedanken und Gefühlen steuern Sie Ihr Leben

„Achte auf deine Gedanken, denn sie werden deine Worte. Achte auf deine Worte, denn sie werden deine Gefühle. Achte auf deine Gefühle, denn sie werden dein Verhalten. Achte auf deine Verhaltensweisen, denn sie werden deine Gewohnheiten. Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter. Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal/dein Leben. Achte auf dein Schicksal/dein Leben, indem du jetzt auf deine Gedanken achtest.“  Aus dem Talmud

 

Gedanken sind elektrische Impulse. Das Gehirn reagiert mit der Freisetzung von chemischen Botenstoffen auf diese und versetzt das zentrale Nervensystem damit in Bereitschaft zu handeln.

 

Zusammenhänge zwischen Gedanken, Gefühle, Handeln und körperliches Befinden

Gefühle sind das Bindeglied zwischen der Wahrnehmung und einer darauf ausgerichteten Handlung. Im Vorderhirn sitzt das analytische Denken, das uns ermöglicht, Situationen einzuschätzen. Dort werden Sinneswahrnehmungen verarbeitet und willentliche Aktivitäten gesteuert.

 

Wenn also in der Steinzeit der Säbelzahntiger auf den Menschen zulief, konnte er ungefähr einschätzen, wie lange es dauern würde, bis ihn das Tier schnappte. Es war aber die Angst vor dem Tod, die ihn dazu brachte zu flüchten.

 

Denken – Fühlen – Handeln

Erst durch die Gefühle wird der Impuls zur entsprechenden Reaktion gesetzt. Jede Entscheidung wird vom limbischen System – unserem Gefühlssystem mitgesteuert, das auch für die Ausschüttung vieler Hormone verantwortlich ist. Auf diese Weise beeinflusst das limbische System maßgeblich das psychische und körperliche Empfinden und in weiterer Folge auch das Handeln. Eine Situation ist also das direkte Resultat der Gedanken, Gefühle und Handlungen.

 

Unsere Gefühle können wir bewusst mitentscheiden. Wenn Ihnen ein Geschäftspartner mitteilt, dass er künftig mit einem anderen Lieferanten zusammenarbeiten möchte, liegt die Entscheidung bei Ihnen, ob Sie wütend das Gespräch beenden, oder sachlich hinterfragen unter welchen Umständen die Partnerschaft weiterhin bestehen könnte, oder Sie sich nett und höflich für die Zusammenarbeit bedanken, oder…..

 

Negative Gedanken blockieren Lösungen

Wenn wir Angst haben oder uns ärgern, finden wir viel weniger Lösungen. Sorge, Wut etc. lösen Stress aus und unter Stress möchte unser Überlebensinstinkt nur eines: überleben. Für das Überleben schaltete er alle Funktionen ab, die er nicht braucht – unter anderem auch unser logisches Denken, denn für das Angstzentrum gibt es jetzt nur eines: Kämpfen oder Flüchten. Und so konzentrieren wir uns auf das Problem, das uns Angst macht – ein tückischer Kreislauf!

 

Das heißt nicht, negativ erlebte Emotionen wie Angst, Ärger oder Wut schlecht sind. Sie haben eine wichtige Hinweisfunktion. Fragen Sie sich bei negativen Gedanken, ob sie Sie auf etwas hinweisen oder lehren möchten.

 

Trotzdem sollten Sie nur so lange bei negativen Erfahrungen verharren, als unbedingt nötig. Das Gehirn speichert negative Erfahrungen in Form von neuronalen Strukturen. Je länger Sie also bei Ihrem Problem bleiben, desto tiefer gräbt es sich in das Bewusstsein und die Hirnstruktur ein.

 

Wenn Sie das nächste Mal eine schwere Entscheidung treffen müssen, lohnt es sich aufzustehen, ein paar Schritte zu laufen und tief durchzuatmen. Die Schritte integrieren Ihre beiden Gehirnhälften und das tiefe Durchatmen liefert Ihrem Denkapparat extra Sauerstoff, dass es jetzt gut gebrauchen kann. Ihr Gehirn kann sich nun sachlich mit dem Thema auseinandersetzen.

 

Lachen ist ansteckend!

Unser limbisches System – unser Gefühlssystem ist darauf programmiert auf dieselbe Weise zu reagieren, wie das System des anderen, mit dem es konfrontiert wird. Darum weinen wir bei einem traurigen Film, darum ist lachen ansteckend und darum reagieren wir verärgert auf eine verärgert mitgeteilte Kritik. Dieses Resonanzsystem macht uns zum mitfühlenden Wesen.

 

Und das Wissen darüber, lässt Sie ab jetzt in heiklen Situationen die Kontrolle behalten. Wenn Sie auf eine verärgerte Reklamation sanft und einlenkend reagieren, wird sich Ihr Gesprächspartner in kurzer Zeit beruhigen.

 

Glauben Sie nicht alles, was Sie denken!

Nicht die Dinge an sich sind schmerzlich, erfreulich oder neutral. Sie werden es erst durch unsere Bewertung. Zügeln Sie ihren inneren Kritiker, wenn er mal wieder etwas übertreibt. Streichen Sie die Wörter: „immer“, „nie“, „alles“, „keiner“, „muss“, „sollte“, „darf auf keinen Fall“. Das schafft eine entspannte Denkweise. Halten Sie sich an die reinen Fakten und falls Sie mit einem Gesprächspartner diskutieren denken Sie bitte daran, dass jeder die Dinge anders sieht und bewertet.

„Die Gedanken sind frei.“ – so heißt in einem Volkslied – ganz so frei sollten sie aber nicht sein. Denn wer ihnen freien Lauf lässt, befindet sich ganz schnell – bei schlechten Gedanken – in einer Negativspirale. Umgekehrt: wer sich alles schön denkt ist weit entfernt von der Realität. Sich dessen bewusst zu sein und mehr Positives in sein Leben zu bringen, ist ein erstrebenswertes Ziel, denn: Ein gesundes Maß an zuversichtlichen Denkens kann uns richtig guttun, Stress abbauen, uns gelassener reagieren lassen und unser Wohlbefinden fördern.

 

Übrigens!

Um etwas richtig gut – um nicht zu sagen perfekt – zu können braucht unser Gehirn in der Regel etwa 10.000 Stunden Übung. Also dranbleiben! Es folgen Anregungen und Übungen um Positives in Ihren Alltag zu integrieren – viel Spaß!

Positives denken fördern

  • Der Optimist sieht in jeder Schwierigkeit eine Herausforderung. Der Pessimist sieht in jeder Herausforderung eine Schwierigkeit.
  • Eine positive Körperhaltung (aufrecht) fördert auch eine positive innerliche HALTUNG.
  • Lassen Sie es sich regelmäßig gut gehen!
  • Freuen Sie sich über Kleinigkeiten. Schätzen Sie, was Sie haben. Es fällt Ihnen nichts ein? Dann freuen Sie sich über das Minimalste: Sie atmen!
  • Trainieren Sie Ihren Kopf im Alltag immer wieder bewusst darauf, das Positive an etwas wahrzunehmen. Sollte mal etwas „Schlechtes“ passieren, stellen Sie sich die Fragen: „Was ist >>gut<< daran?“ „Welcher versteckte Gewinn könnte in dieser Situation liegen?“ „Was kann ich daraus lernen?“Beispiel: Ihr Auto ist kaputt und muss in die Werkstatt – das hat Ihnen gerade noch gefehlt! Wo doch eine wichtige Geschäftsreise bevorsteht.→ Was ist „gut“ daran? Wenn Sie nun den Zug nehmen, sind Sie unter Umständen vielleicht etwas länger unterwegs, dafür können Sie die Zeit im Zug nutzen, um Aufgeschobenes aufzuarbeiten.→ Welcher versteckte Gewinn könnte in dieser Situation liegen? es gibt auch Zeit zu lesen, sich zu entspannen, für sich zu nutzen.→ Was kann ich daraus lernen? Alles eine Frage der Organisation.
  • Achten Sie auf Ihre Wortwahl – „nicht“ oder „kein“ können im Gehirn nur über Umwege verarbeitet werden. Darum versteht es im ersten Moment beispielsweise bei „Es war nicht schlecht.“ – „Es war schlecht.“Anstatt:
    Es war nicht schlecht.                 –          Es war gut!
    Diesen Kunden dürfen wir          –          Der Kunde ist sehr wichtig für uns.
    auf keinen Fall verlieren!
    Es sind noch XY zu verkaufen,    –          Ich habe bereits XY geschafft.
    bis das Tagesziel erreicht ist.

Vier Trainingsübungen zum positiven Denken:

Im Alltag

Wortwahl:

Bitte formulieren Sie folgende Sätze um. Ersetzen Sie negative durch positive Begriffe und schaffen Sie so einen motivierende Aussage.

 

„Da kann man nichts machen.“*

„Du gehst mir so auf die Nerven!“*

„Mein Chef wird das sicher nicht zulassen!“*

„Man kann die Welt nicht ändern.“*

„Da kann ich nichts dafür!“*

„Das lerne ich nie.“*

(Lösungsvorschläge finden Sie ganz unten!)

 

Im Beruf

Verkäufer:

Verkaufen Sie dem Verkäufer die Lösung für seine Probleme und nicht das Produkt.
Beispiel: Die Firma Hilti verkauft für jedes benötigte Loch eine Bohrmaschine. Die Lösung liegt im Loch und nicht in der Bohrmaschine.

Welche Lösungen bietet Ihr absatzstärkstes Produkt? Finden Sie acht Eigenschaften!

 

Team

Jour-Fix

Es klingt einfach wirkt sich in der Praxis jedoch sehr stimmungsfördernd aus: Gestalten Sie die Wochenplanung als Teamaktion und beziehen Sie alle Teammitglieder mit ein. So haben alle Mitarbeiter die Möglichkeit, sich an der zeitlichen Gestaltung zu beteiligen und verschiedene Projekte zu koordinieren.

 

Für Sportler

Matchanalyse

Zwei Teilnehmende spielen eine Partie Tischtennis (oder Badminton, Tennis usw.). Gespielt wird auf zwei Gewinnsätze. Für den Gewinner wird ein kleiner Preis in Aussicht gestellt, um den Wettkampfgedanken zu betonen. Nach dem Spiel reflektieren die Teilnehmenden ihren Umgang mit Fehlern.

 

Zwischen den Spielen erfolgt jeweils eine kurze Selbstreflexion zur Umsetzung der anvisierten Strategie:

 

Hintergrund: Die Identifikation negativer Selbstgespräche ist ein wichtiger Schritt bei der Stressbewältigung. Gerade Verallgemeinerungen (z. B. «nichts kann ich mehr» oder «alles war umsonst») sind gefährlich und stressfördernd. Eine optimistische und konstruktive Grundhaltung verringert die Stresswahrnehmung.

 

Aufgabenbezogene Überlegungen: Wie habe ich bei unnötigen Fehlern reagiert? Lösten diese Ärger oder negative Selbstgespräche aus? Führte dies dazu, dass ich noch mehr Fehler beging? Mit welchen Strategien ging ich dagegen an? Hatten die Strategien einen Einfluss auf mein Spiel und meine Befindlichkeit?

 

Alltagstransfer: Tendiere ich dazu, mich in Stresssituationen in negative Selbstgespräche zu verstricken? Betrachte ich Misserfolge und Niederlagen als etwas Vorübergehendes oder fällt es mir schwer, diese abzuhaken? Mit welchen Strategien erreiche ich eine positive und konstruktive Grundhaltung?

 

Geheimtipp Dankbarkeit

Führen Sie regelmäßig Tagebuch über jeden Menschen und alle Dinge, die Sie schätzen. Sie werden merken, welche Fülle Ihr Leben hat.

 

*Lösungsvorschläge für die Wortwahlübung.

„Da kann man nichts machen.“*

Lösungsvorschlag: „Ich werde tun, was ich kann!“

„Du gehst mir so auf die Nerven!“*

Lösungsvorschlag: „Bitte sei so nett und lass das sein.“

„Mein Chef wird das sicher nicht zulassen!“*

Lösungsvorschlag: „Ich werde meinen Chef überzeugen!“

„Man kann die Welt nicht ändern.“*

Lösungsvorschlag: „Ich kann meine Welt ändern.“

„Da kann ich nichts dafür!“*
Lösungsvorschlag: „Was kann ich dafür tun?“
„Das lerne ich nie.“*

Lösungsvorschlag: „Ich lerne täglich dazu.“